hendriklange.de

Die Folgen der Corona-Pandemie können vielfältig und vor allem gravierend für Einzelne ausfallen. Long- oder auch Post-Covid-Krankheitsbildern unterliegen bisher aber keiner konkreten Diagnostik respektive fehlt es bislang an Forschungsdaten und Erhebungen. Es ist ungeklärt, wie viele Menschen von Long- bzw. Post-Covid betroffen sind. Im Rahmen der Verhandlungen für das Sondervermögen zu den Folgen der Corona-Pandemie muss dies entsprechend Berücksichtigung finden. Dazu betont Nicole Anger, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Erste Studienergebnisse zeigen uns besorgniserregende Entwicklungen bei Betrachtung der möglichen Folgeschäden einer Corona-Infektion. Demnach schätzt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin den Anteil an Menschen mit gesundheitlichen Folgen auf ca. 10 bis 15 Prozent. Eine Studie der Universitätsklinik Ulm geht gar von Organschäden aus – in der Untersuchung sei das bei jedem:r Fünften der Fall gewesen. Auch Kinder und Jugendliche würden – wie Untersuchungen der Dresdner-Universitäts-Kinderklinik zeigen –  häufiger mit Folgeerkrankungen zu kämpfen haben. Insbesondere auch bei einem milden oder moderaten Verlauf der Covid-Erkrankung können verschiedene Beschwerden bestehen bleiben. Laut dem Deutschen Ärzteblatt leiden Kinder und Jugendlichen vor allem langfristig an Unwohlsein und rascher Erschöpfung, Husten, Schmerzen im Hals- und Brustbereich sowie Angststörungen und Depression.

Dass die deutsche Pandemiepolitik leider nicht vorausschauend handelt,  kritisieren wir als Fraktion DIE LINKE schon lange. In der Situation der Pandemie muss man sein Handeln auch immer wieder neu ausloten. Aber eben nicht nur in Bezug auf kurzfristige Maßnahmen. Es muss langfristig agiert werden. Deswegen ist es jetzt umso wichtiger, mit einer intensivierten Forschung zu Long- und Post-Covid-Krankheitsbildern zu beginnen. Ärzt:innen müssen Erkenntnisse erhalten, um bestmögliche und spezielle Therapiemaßnahmen anbieten zu können. Darüber hinaus bedarf es klarer Diagnostiken für eben diese Erkrankungen, um Strukturen und einen Rahmen für die Finanzierung der Behandlungen durch Krankenkassen zu schaffen.

Wir fordern daher, die Forschung und das Angebot für spezifische Post-Covid-Behandlungsangebote mit insgesamt 39 Millionen Euro über das Sondervermögen auszustatten. Ganz besonders muss der Fokus auf die Schaffung von expliziten Kur- und Rehamaßnahmen für Betroffene gelegt werden. Wir brauchen im Land spezifizierte Zentren, sowohl für die Behandlung von Patient:innen im Erwachsenenalter als auch ganz konkret für Kinder und Jugendliche.

Das Land muss jetzt aktiv werden. Es gilt zu handeln, statt nur zu verhandeln. Die Folgen der Pandemie zu bekämpfen, hat sich die Landesregierung mit ihrem Entwurf zum Sondervermögen auf die Agenda geschrieben. Dann müssen alle Folgen berücksichtigt werden. Gerade die Gesundheit der Menschen steht dabei im Mittelpunkt. Therapiemaßnahmen müssen für jeden betroffenen Menschen zugänglich sein.“